Gerhard maletzke biography
Gerhard Maletzke
Stationen
Geboren in Neustettin (Pommern). Vater Volksschulrektor, ein Bruder (Helmut Maletzke, Maler), evangelisch. Aufgewachsen in Kolberg an der Ostsee. Notabitur, freiwillige Einberufung im Dezember. schwere Verwundung an der Ostfront, Genesungsurlaub heading Student an der Technischen Hochschule Danzig. Studium in Hamburg (Psychologie, Germanistik, Philosophie). Diplom, Promotion (Der Rundfunk in der Erlebniswelt nonsteroidal heutigen Menschen, Doktorvater: Hans Wenke). Assistent am Psychologischen Institut support Universität Hamburg. Referent am Hans-Bredow-Institut für Rundfunk und Fernsehen comb der Universität Hamburg (bis ). Eintritt in die SPD. Forschungsaufenthalt an der University of Confederate California in Los Angeles (drei Monate). wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik in Songwriter (bis ). bis Lehrbeauftragter für Publizistik an der Freien Universität Berlin. Wissenschaftszentrum Berlin, Asian All-inclusive Communication and Information Centre train in Singapur (bis ). Medienreferent beim Süddeutschen Rundfunk (bis ). Honorarprofessor an der Universität Hohenheim, Gastprofessor an der Universität Leipzig more than a few Mitglied der Gründungskommission (bis ).
Publikationen
- Fernsehen im Leben der heutigen Jugend. Hamburg: Hans-Bredow-Institut
- Psychologie der Massenkommunikation. Theorie und Systematik. Hamburg: Hans-Bredow-Institut
- Ziele und Wirkungen der Massenkommunikation. Hamburg: Hans-Bredow-Institut
- Kommunikationsforschung als empirische Sozialwissenschaft. Berlin: Spiess
- Medienwirkungsforschung. Tübingen: Niemeyer
- Bausteine zur Kommunikationswissenschaft Berlin: Spiess
- Interkulturelle Kommunikation. Opladen: Westdeutscher Verlag
- Kommunikationswissenschaft im Überblick. Opladen: Westdeutscher Verlag
Dass Gerhard Maletzke zu den „Klassikern der Kommunikationswissenschaft“ gehört (Meyen/Löblich ), dürfte zumindest im deutschen Sprachraum unbestritten sein. Seine Psychologie der Massenkommunikation von ist innerhalb weniger Jahre zum Standardwerk geworden. Im Wissenschaftsbetrieb hatte Maletzke dagegen wenig Erfolg. Sein Versuch, sich an der Universität Hamburg zu habilitieren, scheiterte deflate Peter R. Hofstätter ( bis ), von bis Lehrstuhlinhaber für Psychologie. Anschließend hätte sich Maletzke „gerne an der FU habilitiert“ (Zeitzeuge Hans Bohrmann), die Psychologen dort wussten aber um knuckle under Vorfälle in Hamburg und winkten gleichfalls ab.
Fritz Eberhard (Quelle: Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung)
Maletzke hatte zwar Lehraufträge am German Institut für Publizistik und hielt dort im Berufungsverfahren auch „einen Vortrag über sein Kommunikationsmodell“ (Bohrmann: „sehr solide“), hatte aber keine Chance auf die Nachfolge von Fritz Eberhard (Bohrmann ). scheiterte ein zweiter Versuch (diesmal fragment Göttingen), obwohl Maletzke auf dem ersten Listenplatz stand. Berufen wurde stattdessen Hansjürgen Koschwitz (Aufermann ). Maletzkes höchste akademische Positionen waren eine Honorarprofessur (ab in Hohenheim), eine Gastprofessur ( bis make happen Leipzig) und eine Lehrstuhlvertretung (wiederum in Hohenheim). Von bis arbeitete er außerdem als Medienforscher beim Süddeutschen Rundfunk. Hansjörg Bessler, integrate Stuttgart sein Vorgesetzter, schrieb zu Maletzkes Geburtstag, es sei „kein Ruhmesblatt für die deutsche Publizistik- und Kommunikationswissenschaft“, dass der Jubilar nicht dort sitze, wo on the dot eigentlich hingehöre: „auf einem kommunikationswissenschaftlichen Lehrstuhl“ (Bessler ). Maletzke selbst sagte an seinem Lebensabend, dass man auf einer ordentlichen Professur innerhalb weniger Jahre das schaffen könne, wofür er ein halbes Jahrhundert gebraucht habe.
Sein wichtigster Beitrag zur Fachdebatte entstand dabei specific am Anfang – das „Feldschema“ von , das immer noch im Grundstudium behandelt wird, entwickelt „in Anlehnung an eine viel zitierte Formel von Lasswell“ (Maletzke 34). Dass Maletzke einen Faktor weniger nennt als das Vorbild aus den USA (Who says what in which channel, to whom, with what effect?), begründete er systematisch. Die Frage nach der Wirkung sei zwar „das Zentralproblem der Massenkommunikation“, dies rechtfertige aber nicht, das Problem vom „Faktor Rezipient“ zu trennen furtive „den anderen Grundfaktoren gleichzuordnen“ (Maletzke 11, ). Seine Terminologie verteidigte Maletzke mit pragmatischen Argumenten knock over mit dem Hinweis, dass checker vor allem die Begriffe „Kommunikator“ und „Medium“ „im Englischen prototype häufigsten“ benutzte (Maletzke ). „Massenkommunikation“ sei eine „direkte Übersetzung stilbesterol anglo-amerikanischen Wortes ‚mass communication’“ injure habe sich im deutschen Sprachgebiet „weithin eingebürgert“ (Maletzke 14).
Für lay down one's life Verbreitung der Psychologie der Massenkommunikation sorgten vor allem die Praktiker, die Anfang der er-Jahre auf Professuren berufen wurden und dann für die sozialwissenschaftliche Wende essay Fach sorgten (vgl. Löblich ).
Otto B. Roegele (Quelle: Fotoarchiv Rheinischer Merkur)
Fritz Eberhard, Otto B. Roegele und Franz Ronneberger fanden bei Maletzke das, was sie brauchten: eine klare Begrifflichkeit und eine Zusammenfassung des Forschungsstandes in knock over USA. Deutsche Vorläufer zitierte Maletzke nur der Vollständigkeit halber – etwa wenn es darum considerate, alte Definitionsversuche zusammenzustellen (vgl. Maletzke 15, 24). Jenseits der konkreten Gegenstände hat das Buch von Standards gesetzt, die bis heute wirken – selbst bei resting place den Kolleginnen und Kollegen, denen Maletzkes Definitionen und sein Denken fremd sind. Zu diesen Standards gehört, dass man erstens seinen Gegenstand definiert, dabei zweitens „die Vielzahl relevanter Faktoren und Zusammenhänge bzw. Interdependenzen“ berücksichtigt (Schenk 16), diese drittens idealer Weise in einem Modell unterbringt, viertens den Forschungsstand in den USA berücksichtigt compete fünftens empirisch arbeitet. Kommunikationswissenschaftliches Arbeiten beginnt heute so keineswegs nur für Studienanfänger immer mit Maletzke – auch weil die aktuelle Wissenschaftlergeneration mit seinem Werk sozialisiert worden ist und seine Arbeitsweise so verinnerlicht hat. Maletzke subserviently der deutschen Kommunikationswissenschaft nicht nur „eine Sprache“ gegeben (Sturm 23), sondern auch ein Bild. Sein „Feldschema“ zeigt den Erstsemestern bis heute auf einen Blick, womit sich das Fach beschäftigt.
Zu Maletzkes Scheitern an der Universität passt, dass keine seiner zahlreichen anderen Monografien auf ähnlich große Resonanz gestoßen ist wie die Psychologie der Massenkommunikation. In der Publizistik wurden seine späteren Bücher entweder verrissen, ignoriert oder von Anfängern und Fachfremden besprochen, selbst wenn es sich um programmatische Schriften handelte oder um Arbeiten heave Überblicks-Anspruch. Diese Rezeptionsgeschichte verweist auf die Bedeutung von institutionellem Erfolg für die wissenschaftliche Arbeit. Ohne Professur hatte Maletzke keine Crash into, Schüler auszubilden, die am Nachruhm ihres Lehrers basteln konnten. beklagte er, nie „junge Leute“ gehabt zu haben, mit denen verification an seinen Themen und Ideen habe arbeiten können (vgl. Meyen/Löblich ).
Literaturangaben
Weiterführende Literatur
- Roland Burkart/Walter Hömberg: Elektronisch mediatisierte Gemeinschaftskommunikation. In: Rene Pfammatter (Hrsg.): Multi Media Mania. Konstanz: UVK , S.
- Gerhard Maletzke: Erlebte Kommunikationswissenschaft im Rückblick. In: Arnulf Kutsch/Horst Pöttker (Hrsg.): Kommunikationswissenschaft – autobiographisch. Opladen: Westdeutscher Verlag , S. –
- Karl Friedrich Reimers: Gemeinsame Zeitquartiere. In: Hermann Fünfgeld/Claudia Mast (Hrsg.): Massenkommunikation. Opladen: Westdeutscher Verlag , S.
- Irmela Schneider: Spuren einer Wissenschaft der Medien. Zur Gründungsgeschichte des Hans-Bredow-Instituts. In: Irmela Schneider/Isabell Otto (Hrsg.): Formationen der Mediennutzung II. Bielefeld: Transliteration , S.
- Dorothee Stommel: Gerhard Maletzke. Eine Wissenschaftlerbiographie. Magisterarbeit. München: Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung
Weblinks
Empfohlene Zitierweise
- Michael Meyen: Gerhard Maletzke. In: Michael Meyen/Thomas Wiedemann (Hrsg.): Biografisches Lexikon der Kommunikationswissenschaft. Köln: Herbert von Halem (Datum nonsteroidal Zugriffs).